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Erste Hilfe im Microsoft Lizenzaudit: Diese Risiken sollten Sie kennen

Microsoft kündigt ein Audit an – und plötzlich steht das Thema Lizenzierung ganz oben auf der Agenda. Was jetzt wirklich zählt, was Sie tun sollten und was Sie unbedingt unterlassen müssen.

 

Es ist immer derselbe Anruf: „Wir haben gerade Post von Microsoft bekommen – die wollen ein Audit machen. Können Sie helfen?“ Was dann folgt, ist meistens eine Mischung aus Unsicherheit, Hektik und der Angst vor Nachzahlungen in fünf- oder sechsstelliger Höhe.

 

Die gute Nachricht vorweg: Ein Microsoft-Audit ist kein Weltuntergang. Die schlechte: Es ist auch kein freundliches Beratungsgespräch. Wer im Audit unvorbereitet, unkoordiniert oder vorschnell reagiert, zahlt am Ende oft deutlich mehr als nötig. Mit dem richtigen Vorgehen lassen sich Nachforderungen massiv reduzieren – manchmal sogar komplett vermeiden.

Was ist ein Microsoft-Audit – und warum gerade jetzt?

Microsoft prüft regelmäßig, ob Unternehmen ihre Software korrekt lizenziert haben. Die häufigsten Formen:

  • Vertragliches Audit nach MBSA: Im Microsoft Business and Services Agreement ist das Auditrecht fest verankert. Microsoft kann es einmal jährlich ziehen – Sie müssen mitwirken.
  • SAM Engagement (Software Asset Management): Wird als kostenfreie Beratung beworben. In der Praxis ist es oft der Vorlauf zu einem formellen Audit.
  • Audits über CSP- oder SPLA-Partner: In Cloud- und Hosting-Verträgen sind Prüfrechte vertraglich verankert – mit direkter Berichtspflicht an Microsoft.

Warum die Audit-Welle gerade jetzt zunimmt, hat einen klaren Hintergrund: Microsoft fährt seit Ende 2025 eine deutlich aggressivere Lizenzstrategie. Mit der Microsoft CSP-Preiserhöhung ab Juli 2026 und dem Wegfall der EA-Volumenrabatte stehen für Microsoft erhebliche zusätzliche Einnahmen auf dem Spiel. Unternehmen, die ihre Lizenzlandschaft nicht sauber dokumentiert haben, sind in dieser Phase besonders im Fokus.

Die 48-Stunden-Regel: Was Sie sofort tun sollten – und was nicht

Sobald das Audit-Schreiben eingegangen ist, entscheiden die ersten 48 Stunden über Ihre Verhandlungsposition. Drei Dinge sind jetzt wichtig:

  1. Ruhe bewahren und Eingangsdatum dokumentieren. Das Schreiben enthält Fristen – die müssen Sie kennen. Aber zu früh zu antworten ist genauso falsch wie zu spät. Reagieren Sie zunächst mit einer formellen Empfangsbestätigung und kündigen Sie eine inhaltliche Rückmeldung innerhalb einer angemessenen Frist an.
  2. Internes Audit-Team benennen. Alle Audit-Kommunikation läuft ab sofort über eine einzige Person. Punkt. Niemand sonst spricht mit Microsoft oder dem beauftragten Auditor – weder per E-Mail noch im Telefonat. Ein freundlicher Admin, der „kurz mal ein paar Infos rausgibt“, kann Sie fünfstellig kosten.
  3. Externen Lizenzexperten einbinden. Ein TÜV-zertifizierter Lizenzmanager kennt die Spielregeln, die Sprache des Auditors und vor allem die Stellen, an denen sich verhandeln lässt. Das ist kein Luxus, sondern in den meisten Fällen die wirtschaftlichste Entscheidung des gesamten Audit-Prozesses.

Die häufigsten Risiko-Felder im Microsoft-Audit

Aus unserer Beratungspraxis: Diese fünf Themen sind in praktisch jedem Audit der Auslöser für Nachforderungen.

  1. Terminalserver und RDS-Umgebungen
    Klassische Stolperfalle: Office in RDS-Szenarien. Wer Office auf einem Terminalserver bereitstellt, braucht spezielle Lizenzierung – die normale Microsoft 365 Apps-Lizenz reicht hier nicht. Auch Windows Server CALs und RDS CALs werden im Audit gerne unter die Lupe genommen.
  2. SQL Server: Cores statt CALs
    Bei SQL Server wird seit 2012 nach Cores lizenziert – nicht mehr nach CPUs. Viele Unternehmen rechnen hier falsch oder haben bei Hardware-Upgrades die Lizenzbasis nicht angepasst. Bei virtualisierten Umgebungen werden Lizenzfehler richtig teuer.
  3. Windows Server CALs: Der vergessene neue Mitarbeiter
    Der häufigste Audit-Fund überhaupt: Jeder Nutzer und jedes Gerät, das auf einen Windows Server zugreift, braucht eine sogenannte Client Access License (CAL). Beim Onboarding eines neuen Mitarbeiters wird das Active-Directory-Konto schnell angelegt, das Postfach eingerichtet, die Rechte vergeben – aber die CAL? Die wird in der Hektik oft vergessen. Über Jahre summiert sich das zu erheblichen Lücken. Das Gleiche gilt für RDS CALs, wenn Mitarbeiter über Terminalserver arbeiten.
  4. Geteilte Accounts und Mehrfach-Nutzung
    Microsoft 365-Lizenzen sind personengebunden. Ein typischer Fall aus der Praxis: Im Empfang teilen sich drei Mitarbeiterinnen einen Account, weil sie ja „nur ab und zu“ Mails verschicken. Oder ein Außendienstmitarbeiter teilt seinen Microsoft 365-Account mit dem Kollegen für die Urlaubsvertretung. Sauber lizenziert ist das nicht – und genau diese Konstellationen kommen im Audit zuverlässig ans Licht. Die Lösung ist meist einfach: für solche Fälle gibt es kostengünstige Frontline-Lizenzen oder Shared-Mailbox-Konstruktionen.
  5. Inaktive User und Lizenz-Leichen
    Was nach Sparpotenzial klingt, wird im Audit zum Problem: Wenn Microsoft 365-Lizenzen ehemaligen Mitarbeitern noch zugewiesen sind oder Postfächer als „Shared Mailbox“ ohne korrekte Lizenzbasis weiterlaufen, fällt das auf. Die Lösung ist meist einfach – aber nur, wenn man sie kennt.

Was im Audit verhandelbar ist – und was nicht

Wer glaubt, ein Audit-Ergebnis sei in Stein gemeißelt, irrt. Microsoft hat einen klaren Spielraum bei Nachlizenzierungen, Strafzahlungen und Abgeltungsvereinbarungen. Aber: Diesen Spielraum bekommen Sie nur, wenn Sie ihn kennen und professionell nutzen.

In der Praxis lassen sich Nachforderungen häufig deutlich reduzieren – durch Umstrukturierung der nachzulizenzierenden Produkte, durch Umstieg in günstigere Lizenzmodelle oder durch Anrechnung bereits vorhandener Lizenzen. Wer die Microsoft-Lizenzmodelle nicht im Detail kennt, lässt hier Geld liegen.

Prävention ist günstiger als Heilung

Die ehrlichste Empfehlung, die wir geben können: Warten Sie nicht, bis das Audit-Schreiben kommt. Ein präventiver Lizenz-Check kostet einen Bruchteil dessen, was eine Audit-Nachforderung typischerweise auslöst – und Sie schaffen damit gleichzeitig die Grundlage für eine saubere Lizenzstrategie.

Wir empfehlen alle 12 bis 24 Monate eine strukturierte Lizenzaufnahme. Sie kennen dann jederzeit Ihren tatsächlichen Bestand, decken Über- und Unterlizenzierungen frühzeitig auf und können bei einem Audit selbstbewusst reagieren – statt unter Druck zu verhandeln.

Unsere Empfehlung – ob Notfall oder Prävention

Als Microsoft-Lizenzexperten begleiten wir beide Szenarien: Wenn das Audit-Schreiben schon im Postfach liegt, übernehmen wir die strukturierte Aufbereitung, die Kommunikation mit Microsoft und die Verhandlung. Wenn Sie präventiv handeln wollen, prüfen wir Ihre Lizenzlandschaft, identifizieren Risiken und schaffen die Grundlage, mit der ein Audit für Sie keinen Schrecken mehr hat.

Unsere Beratung wird von einem TÜV Rheinland zertifizierten Lizenzmanager geleitet – das schafft die methodische Sicherheit, die in einem Audit den Unterschied macht.

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